| Die Grundlage
für den Sportverein Vorwärts Gronau 09 e.V. bildete ein im Jahre
1909 gegründeter Fußballverein, der sich nach einigen Umzügen
in den Gründungsjahren auf dem heutigen Vereinsgelände ansiedelte.
Neben den Fußballern war in den Anfangsjahren auch eine Turnriege
aktiv und 1924 rief Wilhelm Kittner die Leichtathletik-abteilung
ins Leben, die bis zum 2. Weltkrieg beachtliche Erfolge über
die Grenzen Gronaus hinweg zu verzeichnen hatte.
Nachdem 1925 ein erster Versuch zur Gründung einer aktiven
Handballabteilung fehlschlug, etablierte sich diese Sportart
ab dem 6. Juli 1928 durch die Handballdamen. Vorwärts Gronau
war Vorreiter auf dem Gebiet der aktiv am Spielbetrieb teilnehmenden
Mannschaften und die Handballdamen wurden sogar Westfalenmeister
1936/37, sowie Dritte der Deutschen Meisterschaft. Bis zum ende
der 60er Jahre wurde bei Vorwärts Gronau noch Feldhandball gespielt,
heute nur noch Hallenhandball.
1968 wurde die Badmintonabteilung gegründet, die zu einer
sehr erfolgreichen Abteilung heranreifte. Absoluter Höhepunkt
dabei war der Erfolg von Christina Tampier, die 1975 Deutsche
Meisterin im Mädchen einzel wurde.
1976 wurde die Wassersportabteilung mit der Sportanlage am
Dreiländersee gegründet, kurz gefolgt von der Tennisabteilung,
die im Jahre 1977 entstand. Die Wassersportanlage und die Tennisanlage
am Drilandsee wurden über die Jahre immer weiter ausgebaut und
sind mit ihrem großzügigen Angebot heute nicht mehr aus dem
Naherholungsgebiet am Drilandsee wegzudenken.
1933 schloss sich der FC Viktoria 1924 dem Verein an und
in den 60er Jahren wurde sogar für einige Jahre Judo aktiv bei
Vorwärts Gronau betrieben. Volleyball wurde von 1976 bis 1978
bei Vorwärts gespielt.
Bilder vom Gala Abend
SV Vorwärts und nicht vergessen
Gronau - Siegfried Bajorath wurde ein „Alter Herr“, da zählte er gerade
30 Lenze. „Ich habe damals meinen Vater beerbt“, erinnert er sich.
Tradition ist einer der Pfeiler, auf denen die solide Vereinsgeschichte
des SV Vorwärts Gronau ruht. Bajorath ist da ein Beispiel unter vielen.
Mit 55 Jahren Mitgliedschaft gibt sich der Vorsitzende des Ältestenrats
bescheiden: „Wir haben einige dabei, die sind schon seit 70 Jahren
Mitglied.“Teil einer beeindruckenden Bilanz, die ebenfalls erstaunlich
bescheiden präsentiert wurde bei der großen Gala zum 100-jährigen
Vereinsjubiläum. Statt großer Gedenkreden, langatmiger Grußworte und
demonstrativer Darstellung eigener Leistungen gab es Besinnliches mit
Augenzwinkern, Spiel mit Spaß und Unterhaltungsimporte von Berlin über
Schüttorf bis zur Gronauer Laubstiege.Die Free Artistic Truppe des TV
Gronau bot das unumstrittene Highlight des Abends. Stehende Ovationen
und „Zugabe“-Rufe ernteten die ganz in Weiß gekleideten Turner, die
unter der Leitung von Birgit Brünen und André Niehoff ungezählte Salti
schlugen, Hebeakrobatik der Extra-Klasse und sogar eine
Breakdance-Einlage boten.Ähnlich beeindruckt zeigten sich die rund 400
Gäste in der zum Festsaal avancierten Bürgerhalle von den Cosmic
Artists aus Berlin, die mit einer zirkusreifen Tuchakrobatik unterm
Hallendach den Zuschauern den Atem raubten. Herzrasen ganz anderer Art
verursachten die Tänzerinnen von Renacimiento aus Schüttorf, mit ihren
Show-Tänzen. Zwischen den Show-Einlagen gab es in Blöcken per
Multimedia-Einspielung Bilder, Erinnerungen und Informatives aus der
Vereinsgeschichte. Und wie man sich die Ursprünge anno 1909
vorzustellen hat, zeigte augenzwinkernd die Truppe des
Kulisse-Erlebnistheaters aus Bad Bentheim. „Acht freundschaftlich
miteinander verbundene und wild entschlossene junge Männer“ hätten sich
da am 3. August in der Rüenberger Straße (der heutigen
August-Hahn-Straße) zusammengefunden, um ihre Begeisterung über den
ersten echten Lederfußball in Gronau in die Gründung des „FC Vorwärts
Gronau“ zu investieren, heißt es in der aufwändig produzierten
Festschrift. Schnell wurde Popps Heide als erste Trainingsstätte
auserkoren, denn: „Da wird immer gemäht, da laufen Ziegen.“Vom ersten
Match gegen den FC Schüttorf (Endstand: 2:2) bis zum aktuellen
Mitgliederstand von 1 546 in sechs Abteilungen, die über viele Jahre
regional wie national und sogar international erfolgreiche Mannschaften
stellen, gab es viele Höhen und Tiefen zu durchleben.Martin Terhaar,
seit 2001 Vereinsvorsitzender, zog auf besondere Weise Bilanz: „Wir
hatten manchen Weg zurückgelegt“, zitierte er Heinz Erhardt. „Wir
schufteten und schufen unentwegt und bauten nie auf Sand.“ Terhaar
dankte Mitgliedern, Sponsoren und dem Orga-Team für die perfekt
organisiert und inszenierte Feier und ehrte unter anhaltendem Applaus
Vereinswirtin Inge Kemper, „unsere zweite Mama.“Bürgermeister
Karl-Heinz Holtwisch fügte sich nahtlos ein ins Konzept kurzer
Grußworte und wünschte dem Verein für die Zukunft: „weiter Vorwärts“.
Montag, 25. Mai 2009 | Quelle:
Westfälische Nachrichten (Gronau)
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